Das ist Ihr Sarg, Sir
Dr. Mortons unfreiwilliger Gast – Dr. Morton Nr. 2 64 Seiten 1,00 DM


Dr. Morton Nr. 1


Dr. Morton Nr. 3

 

Dr. Morton hat etwas gegen eine ganz besondere Art von Verbrechern. Gegen die, denen ihr Geld und ihre gesellschaftliche Stellung eine besondere Behandlung durch die Justiz verschaffen. In solchen Fällen stellt Morton gern selbst die Gerechtigkeit wieder her. Diesmal muss der Millionenerbe Philipp Gregory erfahren, was es heißt, Dr. Mortons Interesse zu erregen.

 

"Sie sind in einer Art Gaskammer, Gregory. Ich empfehle Ihnen, sich auf den Boden zu setzen, die Beine anzuziehen und die Knie mit den Händen zu umfassen. Sie werden Ihre ganze Kraft brauchen für das, was jetzt kommt."
Gregory stand in der Mitte der Zelle und starrte auf die Glasscheibe. Eigentlich hätte er auf der anderen Seite Morton und Grimsby erkennen müssen, aber er sah nur verwischte Schatten. Die Scheibe musste irgendwie behandelt sein, so dass man nur von einer Seite richtig hindurchsehen konnte.
"Haben Sie mich nicht verstanden, Gregory?" fragte Dr. Morton ruhig.

"Selbstverständlich können Sie es halten, wie Sie wollen. Meinetwegen bleiben Sie so stehen. Aber dann wird es noch unangenehmer."
Gregory blieb stehen. Eine Trotzreaktion, nahezu unbewusst. "Wie Sie wünschen", sagte Morton kühl.
Philipp Gregory hörte das Zischen. Es war sehr leise und klang vielleicht gerade deshalb so gefährlich. Er hob den Kopf, weil das Zischen von oben kam, von der mit Lochplatten verkleideten Decke her. Zu sehen war im Augenblick nichts. Und jetzt verstummte das Zischen auch schon wieder.
Eine Panne?
Sekundenlang erfüllte ihn wilde Hoffnung. Doch dann spürte er das Prickeln auf seiner Haut, das rasch stärker wurde. Er begann, sich zu kratzen. Das half nicht. Im Gegenteil: Dort, wo er sich kratzte, wurde das Prickeln stärker, wurde zum Stechen. Als die erste große Schmerzwelle seinen Körper durchflutete, schloss er die Augen. Er spürte, wie sein Herz raste und rang nach Luft.
Die zweite Woge war viel schlimmer als die erste. Alle seine Nervenenden schienen bloßzuliegen. Gregory sank zusammen, versuchte den Kopf zwischen den Armen zu verstecken, in der törichten Hoffnung, so wenigstens das Gesicht vor diesem unmenschlichen Schmerz zu bewahren. Es half nicht. Nichts half...